EINFÜHRUNG


Im März 2018 begehen wir den 50. Jahrestag der polnischen Studentenrevolte, die den Beginn einer massiven Judenverfolgung im kommunistischen Polen markiert. Die gezielte antisemitische Hetze führte zu einer beispiellosen Massenauswanderung polnischer Juden. Etwa 13.000 polnische Staatsbürger jüdischer Abstammung verließen zwischen 1968 und 1972 das Land als politische Flüchtlinge. Dieser jüdische Exodus ist als März-Emigration bekannt.

Das Projekt “Man Overboard - Juden aus Lodz 50 Jahre nach dem März” zeigt die Schicksale von Juden aus Lodz, die ihr Heimatland vor rund 50 Jahren verlassen haben. Das Multimedia-Projekt dokumentiert den Werdegang von über 60 Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die vor einem halben Jahrhundert ein neues Leben in Dänemark, Schweden, Deutschland, Israel, USA und weiteren Ländern beginnen mussten. In eindrucksvollen filmischen Interviews erzählen Lodzer Juden von ihrem neuen Leben als Flüchtlinge. Sie sprechen vom Überlebenskampf, von ihren Erfolgen, von ihren Freuden und Sorgen, von dem, was sie gewonnen und was sie vielleicht verloren haben.

Gleichermaßen wurden Juden aus Lodz befragt, die sich trotz des antijüdischen Klimas für einen Verbleib in Polen und somit gegen die Ausreise entschieden hatten. Sie berichten von Repressalien, vom Leben und Leiden im polnischen Alltag und resümmieren, wie sie ihre Entscheidung mit den daraus folgenden Konsequenzen im Rückblick auf die vergangenen 50 Jahre einordnen.


DIE ZIELE


Das Projekt verfolgt humanitäre und soziale Ziele:

  • Zum einen rückt „Man Overboard“ den tragischen Umstand in unser Bewusstsein, dass die Judenverfolgung im kommunistischen Polen erneut aufflammte, kurz nachdem die europäischen Juden von Nazi-Deutschland fast vollständig vernichtet wurden. Die Wucht der Verfolgung, die viele Überlebende weniger als 25 Jahre nach dem Holocaust erfasste, zerstörte ihr wiedergewonnenes Vertrauen, dass antijüdische Überfälle der Vergangenheit angehören.
  • Desweiteren soll das Projekt den Einwanderernationen bewusst machen, dass sich die Gruppe der jüdischen Polen zügig und effizient in ihre Gesellschaften integriert und assimiliert hat und hierin ein eindrucksvolles Zeugnis von Integration, Offenheit und Toleranz im menschlichen Miteinander zu sehen ist.
    Die neuen “adoptierten” Juden entwickelten sich zu aktiven, erfolgreichen und gesetzestreuen Mitgliedern der jeweiligen Gesellschaft, und ihre Kinder und Enkelkinder sind heute loyale Bürger und Landsleute.

DIE AUSSTELLUNGEN


Die Interviews werden genau 50 Jahre nach der März-Emigration als Einzelausstellungen in Dänemark und Polen präsentiert.

"Man Overboard" ist ein interdisziplinäres Projekt von universellem und mehrstufigem Charakter. Das Ergebnis wird eine multimediale Ausstellung sein, in der Menschen über ihr Leben, ihre Erfahrungen als Flüchtlinge und darüber, wie sie sich in ihre verschiedenen Gastgemeinschaften integrieren konnten, sprechen.

Die Ausstellung wird verschiedene Präsentations- und Kommunikationsplattformen wie Portraitgalerie, Videoinstallationen und Dokumentarfilm nutzen.

Der universelle Charakter und die Vielseitigkeit des Projekts, gepaart mit der physischen Mobilität der Ausstellung, schaffen die Basis und die Möglichkeit, dass die Ausstellung von Ort zu Ort wandert oder gleichzeitig an verschiedenen Orten präsentiert wird. Die Ausstellung arbeitet auf mehreren Ebenen, historisch und pädagogisch, und wird ihre Relevanz für einen längeren Zeitraum erhalten. Es ist nicht nur eine einmalige Jubiläumsausstellung zum Gedenken an ein bestimmtes Ereignis.

Die feierliche Eröffnung fand den 11. März 2018 im “Zentrum für Dialog von Marek Edelman” in Lodz statt. Die Austellung kann man bis 30 September 2018 besuchen.
Bis Juni 2018 wurde die Ausstellung von über 9.000 Besucher gesehen.

Gleichzeitig wurde ein Teil der Ausstellung am neuen Bahnhof Lodz Fabryczna präsentiert wo tausende von Fahrgästen vor und während ihrer Reise die Ausstellungs-Vorschau sehen konnten. Dieser Teil der Ausstellung wurde von Maria Wronska-Friend aus Australien gesponsert.

Im Mai 2018 ist der multimediale Teil der Ausstellung im Dänischen Jüdischen Museum in Kopenhagen präsentiert.

Die Austellung dauerte zwei Wochen und wurde von über 1.000 Besucher gesehen.

Eine Foto-Ausstellung im Kopenhagener Rathaus findet am 5. November 2018 statt.

DIE REALISIERUNG


Zentrum für Dialog von Marek Edelman in Lodz und Direktorin Joanna Podolska ist Gastgeberin der Ausstellung und wurde offizieller Protektor des Projekts "Man Overboard".

Die polnische Botschaft in Kopenhagen hat ihre offizielle Unterstützung und ihr Interesse für das Projekt bekundet. Die Botschaft mit der polnischen Botschafterin Henryka Moscicka-Dendys ist auch offizieller Partner des Projekts.

Das Dänische Kulturinstitut in Warschau hat sich entschieden, Partner des Projekts "Man Overboard" zu werden. Boguslawa Sochanska ist Direktorin des Dänischen Instituts in Warschau.

Kamila Bogulewska og Aleksander Milchtach Slaw
Die Realisierung des Projekts "Man Overboard" wird von Kamila Bogulewska und Aleksander Milchtach Slaw durchgeführt, die als Autoren und Urheberrechtsinhaber das Projekt mit eigenen Mitteln begonnen haben.

Kontakt:

Tel.: +49 162 335 39 41
Tel.: +48 609 623 618

Sponsorer og partnere

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